Verkehrsvorschriften

SJÖFS 1998:2


Allgemeine Bestimmungen
1. Diese Vorschriften gelten für den Verkehr mit Schiffen auf dem Göta Kanal, der die Fahrwasser zwischen Mem bei der Bucht Slätbaken und Motala beim Vätter-See (Östergötland) sowie zwischen Karlsborg am Vätter-See und Sjötorp am Väner- See (Västergötland) umfaßt.

2. In den nachstehenden Vorschriften werden folgende Mitarbeiter der AB Göta kanalbolag (Kanalgesellschaft) unter der Bezeichnung ˜Kanalbeamter˜ zusammengefaßt: Kanaldirektor (Geschäftsführer), technischer Direktor, Bauleiter, Handwerker zur Kanalreparatur sowie Schleusen- und Brückenwärter.

3. Die Wasserverkehrsordnung (1986:300) mit den internationalen Schiffahrtsregeln gilt für den Schiffsverkehr auf dem Kanal, wenn in den vorliegenden Verkehrsvorschriften keine anderslautenden Bestimmungen enthalten sind.

Öffnungszeiten
4. Die Kanalgesellschaft legt fest, wann der Kanal für Schiffsverkehr geöffnet wird. Beschlossene Öffnungszeiten sollen in den Nachrichten für Seefahrer (Ufs) und in den Nachrichten für den Bootsport (Ufb) sowie auf andere Art veröffentlicht werden.


5. Die Kanalgesellschaft darf vorübergehend den Kanal öffnen und schließen ohne Beschluß gemäß Punkt 4, wenn es aus Sicherheits- oder anderen Gründen notwendig ist. Die Information über eine solche Maßnahme muß bekanntgegeben werden in den Nachrichten für Seefahrer (Ufs) und in den Nachrichten für den Bootsport (Ufb), wenn die Maßnahme nicht von kurzer Dauer ist oder nur einen geringfügigen Einfluß auf den Verkehr hat.

Grösse des Schiffes
6. Schiffe mit einer größeren Länge (L.ü.a.) als 30 m, einer größeren Höhe über dem Wasser als 22 m, einer größeren Breite als 7 m oder einem größeren Tiefgang als 2,82 m dürfen nicht in den Kanal einfahren, wenn die Kanalgesellschaft hierfür keine Ausnahmegenehmigung erteilt hat. Schiffe mit einer Länge über 25 m müssen vor der Kanaleinfahrt bei der Kanalgesellschaft angemeldet werden. Die Kanalgesellschaft darf vorübergehend den höchstzulässigen Tiefgang verringern. Ein entsprechender Beschluß muß auf die in Punkt 4 vorgeschriebene Art veröffentlicht werden.


7. Auf Verlangen müssen Meßbrief, Praktika, Inspektionsbuch sowie Versicherungspolice vorgelegt werden.

8. Freizeitboote dürfen höchstens zwei andere Freizeitboote abschleppen. Für anderes Abschleppen ist eine Genehmigung der Kanalgesellschaft erforderlich.

Zulässige Geschwindigkeit
9. Schiffe dürfen in den ausgebaggerten oder gesprengten Teilen des Kanals nicht schneller fahren als 5 Knoten.

Vorfahrtsrecht und Signale
10. Der Kanalbeamte dirigiert den Verkehr nach der jeweiligen Verkehrssituation. Ansonsten gilt folgendes: Passagierschiffe, die gewerbsmäßig Passagiere befördern, haben Vorfahrt vor anderen Schiffen. Freizeitboote müssen allen anderen Schiffstypen die Vorfahrt gewähren. Im Billströmmen und im Spetsnäskanal haben ostwärts fahrende Passagierschiffe Vorfahrt.

11. Folgende akustische Signale müssen von Schiffen abgegeben werden:
Ostwärts Westwärts
Vor der Einfahrt im Spetsnäs-Kanal – – – –
Vor der Einfahrt im Billströmmen – – . – –
Carl Johans slusstrappa i Berg

Schleusen
12. Bei der Einfahrt in eine Schleuse ist mit größter Vorsicht vorzugehen, damit Schleusentore oder andere Schiffe oder Boote nicht beschädigt werden.

13. Am Eingang in eine Schleuse zum Schleusen aufwärts muß eine Person mit Festmachleinen an Land gesetzt werden.

14. Bei der Einfahrt in eine Schleuse vor Schleusen auf Unterwasser muß das gesamte Schiff an der gelben Markierung an der Schleusenseite, die die Schleusenschwelle anzeigt, vorbeigeführt werden.

15. Beim Schleusen müssen von einem Schiff mindestens zwei Leinen an Land mitgeführt werden. Diese sind so anzupassen, daß das Schiff beim Schleusen nicht treiben kann. Der Propeller muß ausgeschaltet oder auf Null gestellt sein. Motorleerlauf in der Schleuse ist nach Möglichkeit zu vermeiden.

16. Beim Schleusen muß die Schiffsbesatzung auf Verlangen dem Kanalbeamten bei der Arbeit Hilfe leisten und auch ansonsten seine Anweisungen befolgen.

17. Ein Schiff, das eine Schleuse verlassen will, darf erst dann in Bewegung gesetzt werden, wenn die Schleusentore ganz geöffnet sind oder wenn der Kanalbeamte ein Signal für die Weiterfahrt gegeben hat. Die Ausfahrt aus der Schleuse hat mit geringstmöglicher Langsamfahrt zu erfolgen!

18. Der Kanalbeamte darf vorübergehend das Schleusen oder das Öffnen einer Brücke bei Gewitter unterbrechen oder wenn er dies aus anderen Gründen für die Sicherheit als notwendig erachtet.

Sonstige Bestimmungen
19. Schiffe dürfen nicht in ausgebaggerten oder gesprengten Teilen des Kanals segeln, ankern oder festgemacht werden. Eine Vertäuung ist in einem ausgebaggerten oder gesprengten Teil des Kanals nur an einem Bootsteg oder in einem Hafen zulässig. Passagierschiffe dürfen nur in Seen oder an von Kanalbeamten zugewiesenen Plätzen wenden. Für Wendemanöver gilt absolute Langsamfahrt.

20. Im Bergkanal zwischen Lanthöjden und Tåtorp sollten Schiffe nur an den neun Ausweichstellen aneinander vorbeifahren, die mit Tafeln an der nördlichen (östlichen) Kanalböschung ausgeschildert sind.

21. Ungefähr 300 m vor einer Brücke oder Schleuse steht ein diagonal gestelltes weißes Hinweisschild.

22. Ein Schiff darf nicht an einem rotweißen Freizeichen vor einer Schleuse oder Brücke vorbeigeführt werden, bevor nicht der andauernde Schleusenvorgang abgeschlossen ist oder ein anderes Schiff die Brücke passiert hat. Vor der Weiterfahrt ist auf ein Zeichen oder Signal des Kanalbeamten zur Passage des Freizeichens zu warten.

23. Wenn Verkehrssignale mit rotem oder grünem Licht oder durch irgendwelche andere Signale gegeben werden, müssen diese befolgt werden. Die Anweisungen eines Kanalbeamten für den Verkehr haben Priorität vor festbestimmten Licht- und Schallsignalen.

24. Güter dürfen nur an Plätzen geladen und gelöscht werden, die vom Kanalbeamten angewiesen werden. Auch Passagiere dürfen nur an einem vom Kanalbeamten angewiesenen Platz an Bord steigen oder von Bord gehen.

25. Wer ein festes oder schwimmendes Zeichen aus seiner Lage gebracht oder beschädigt oder eine andere Kanalanlage beschädigt oder einen Unfall auf dem Wasser verursacht hat, hat dies unverzüglich einem Kanalbeamten zu melden. Diese Meldepflicht haben auch andere Verkehrsteilnehmer auf dem Kanal, die derartige Vorfälle beobachtet haben.

26. Derjenige, der einen Schaden gemäß Punkt 25 verursacht hat, oder derjenige, der einen Schaden erlitten hat, muß am Platz verbleiben bis ein Kanalbeamter eintrifft.

27. Das Baden im Anschluß an Brücken und Schleusen ist nicht zulässig.
Ferngesteuerte Brücken über den Göta Kanal
Brücke Gesteuert von
E22-Brücke, Söderköping Schleuse Söderköping
Vänneberga Brücke Brücke Snövelstorp
Loddby Brücke Brücke Snövelstorp
Björnavad Brücke Schleuse Norsholm
Alte E4-Brücke, Norsholm Schleuse Norsholm
Malfors Brücke Schleuse Heda
Ljungs westliche Brücke Brücke Ruda
Sjöbacka Brücke Brücke Ruda
Ruda Brücke Brücke Ruda
Sörby Brücke Brücke Ruda
Kungs Norrby Brücke Brücke Ruda
Näs Brücke Brücke Ruda
Charlottenborgs-Brücke, Motala R50-Brücke Motala

Karlsborg Brücke, Karlsborg Schleuse Forsvik
Brosundet Brücke Schleuse Forsvik
Vassbackens Brücke Brücke Stång
Jonsboda Brücke Brücke Stång
Rotkilens Brücke WegBrücke Töreboda
Gastorps Brücke WegBrücke Töreboda
Lövsängs Brücke WegBrücke Töreboda
Rogstorps Brücke Alte E20-Brücke, Lyrestad
E20-Brücke, Lyrestad Alte E-20-Brückle, Lyrestad